1 - Paris mit Doppeldeckerbus
Vom Trocadéro zu den Invalides
Wie wäre es mit einer Pariser Stadtrundfahrt in einem oben offenen Doppeldeckerbus? Ich hatte mich für den Roten Bus entschieden und mir natürlich oben einen Platz gesucht.
Mit den roten Bussen hat man die Gelegenheit, viele Sehenswürdigkeiten auf originelle Weise zu sehen und sie gleichzeitig zu besichtigen, denn es gibt neun Haltestellen, an denen man beliebig ein- und aussteigen kann und das zwei Tage lang!
Es gibt dort InEar-Kopfhörer, durch die man sich in acht Sprachen die Erklärungen der Sehenswürdigkeiten anhören kann.
Am Anfang der Rundfahrt, am Trocadéro, konnten wir eine Oldtimerparade verfolgen, die wie wir an Pariser Monumenten und historischen Stätten vorbei fuhr. Dem Marschall Foch hat das sicherlich auch gefallen…
Vorbei an der Avenue des Nations Unies, la Place de Varsovie und der Brücke Pont de Iéna halten wir an der ersten Haltestelle, dem Eiffelturm an. Er wurde nach seinem Erbauer, Gustave Eiffel, benannt, der ihn mit seinen Mitarbeitern für die Weltausstellung Paris 1889 gebaut hat.
Unser Bus fährt weiter durch die Av. la Bourdonnais zur Av. J. Bouvard und wir befinden uns mitten im Champ-de-Mars. Im Buch „Métronome“ kann man nachlesen, dass hier, im „Kriegsfeld“, die Römer und Gallier gegeneinander gekämpft haben. Und genau am Ort, wo die Reste des keltischen Anführers Camulogène und seiner Männer ruhen, steht nun der Eiffelturm! Wahrscheinlich werde ich mich daran erinnern, wenn ich demnächst wieder am Marsfeld vorbei komme…
Es geht weiter vorbei an der Ecole Militaire, deren Fassade auf das Marsfeld gerichtet ist. Sie wurde von Ludwig XV mit Unterstützung von Madame de Pompadour gegründet. Ziel war es, eine Militärakademie für auszubildende Offiziere aus verarmten Adelsfamilien zu fördern. Auch Napoleon Bonaparte war dort Schüler von 1784 bis 1785.
Ganz in der Nähe kommen wir nach der Av. de Tourville auf den Boulevard des Invalides. Das „Métronome“ lehrt uns auch den Ursprung des Wortes Boulevard. Es kommt aus dem holländischen „bolewerk“, was „Festungsanlage“ bedeute (bol : Träger und voerk : Befestigung). Das heißt, dass es sich hier um eine Stadtmauer handelte. Nachdem die Mauern abgerissen waren und Platz für eine mit Bäumen bepflanzte Allee gaben, nannten die Pariser diese „grüne Kugeln“ und schließlich Boulevard.
Selbstverständlich führt uns dieser Boulevard des Invalides zum gleichnamigen Hôtel. Ludwig XIV wollte nicht mehr die Kriegsversehrten, die eine miserable Existenz führten, auf den Straßen sehen. Im Februar 1677 gab er also den Bau dieses Hotels in Auftrag, in dem danach eine sehr scharfe Disziplin herrschte, die ausnahmslos von den Invaliden respektiert werden musste!
Früher beherbergte das Hotel etwa sechs tausend Invaliden während es sich heute nur noch um hundert handelt.
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