Le Pecq (Yvelines)
Die Gemeinde Le Pecq befindet sich im Westen von Paris unterhalb des Schlosses von Saint-Germain-en-Laye. Aufgrund der unmittelbaren Nähe des Schlosses mussten die Adeligen und ihr Gefolge ständig am früheren Weiler Aupec vorbei, wodurch das Dorf einen kommerziellen Aufschwung erfuhr.
Im Jahre 1837 wurde die erste Eisenbahnlinie für die Reisenden zwischen Paris und Saint-Germain-en Laye eingeweiht. Die Endstation war zu der Zeit der Hafen von Le Pecq, auf dem rechten Seineufer. Der gegenwärtige Viadukt stammt aus dem XIX. Jahrhundert.
Wir beginnen mit unserem Bummel in der Altstadt Le Pecq auf der rue Victor Hugo die unterhalb der teilweise 15 Meter hohen Felswände verläuft. Am Fusse der Felsen öffnen sich zahlreiche Vertiefungen von früheren Steinbrüchen, Pilzkulturen, und Weinkellern. Die Weinberge wurden bis zum XIX. Jahrhundert an diesem Hang angebaut.
Wenn man weiter die rue Victor Hugo runtergeht kommt man zum Platz der Kirche Saint-Wandrille. Diese Kirche wurde von dem Architekten Sébastien Jan ab 1739 gebaut. Der erste Gottesdienst wurde dort am 21 Juli 1745 feierlich abgehalten.
Der Heilige Wandrille stammt aus einer adeligen Familie in der Nähe von Verdun. Er führte in verschiedenen Klostern ein sehr demütigendes Leben und blieb schließlich in Rouen im Bistum seines Freundes, der Erzbischof Saint-Ouen, zurück. Er gründete dort die Abtei Saint-Wandrille, in der er am 22. Juli 668 start.
In dieser Kirche befindet sich ein 3,60 Meter breites und 1,80 Meter hohes Imitat aus dem XVII. Jahrhundert eines Werkes von Bonifacio dei Pitate (1487-1553). Das ursprüngliche Gemälde befindet sich in der mailändischen Pinakothek. Es zeigt die Geschichte einer Ehebrecherin.
Danach geht es weiter vorbei an dem Grottengeländer und der Löwenwand – Überreste des Château-Neuf von Saint-Germain-en-Laye. Sehr schöne Aussichten auf den Vésinet bis hin zur Défense bieten sich dort.
Unterhalb des Geländers befindet sich das Anwesen Charvet und das Bergfriedschloss, das französische SPA.
Diese drei Bezeichnungen weisen auf die historischen Anwesen aus den Jahen von 1867 bis 1874 der Avenue Maréchal de Lattre de Tassigny hin, die früher die « route des Grottes » genannt wurde.
Der viereckige mit Schießscharten versehene Turm war der wichtigste Teil der architektonischen Zusammensetzung des neuen Renaissancestils von Jules Charvet, ein archäologischer Münzensammler. Das Anwesen weitete sich zwischen der Terrasse von Saint-Germain-en-Laye und der Seine auf zwei Hektar aus.
Inmitten des Parks floß eine magnesium- und eisenhaltige Wasserquelle, deren Eigenschaften dem Wassers von Spa in Belgien gleich war. Somit wurde 1904 ein Thermalbad unter der Bezeichnung « SPA français » gegründet. Dieses Bad wurde zu einem erfolgreichen Anziehungspunkt in Le Pecq. Die Eisenbahn setzte die Gäste an der ganz nahegelegenen Haltestelle ab. Diejenigen, die von Saint-Germain-en-Laye kamen, fuhren ab der Terrasse mit dem Fahrstuhl herunter, der direkt an der Eingangstür des Thermalbades hielt. Dieser Fahrstuhl wurde im Jahre 1900 am Fuß der Treppe gebaut und war Samstags, Sonntags und an Festtagen in Betrieb.
Wir beschließen unseren Spaziergang mit dem Besuch des Friedhofs von Le Pecq « l'Élysée Alpicois » mit seiner kleinen Madeleine, die 1911 von der Familie Van Drooghenboeck errichtet wurde. Die Pariser Madeleine diente diesem Grabmal als Vorbild.