Le Château de Médan (Yvelines)
Das heutige Schloss in Médan, eine Gemeinde im Dépatement les Yvelines, war ein früherer Landsitz, der ebanfalls wie viele andere der Abtei Saint-Germain-des Près gehörte. Die Mönche bauten dort Wein an und stellten einen milden Wein mit schwachem Alkoholgehalt her. Da er sehr mild war, nannte man ihn „PICOLO“ was auf italienisch „kleiner Wein“ bedeutet. Dieser Ausdruck ergab später das Wort „picheln“.
Die Geschichte dieses Schlosses begann jedoch mit dem Adeligen von Médan, Guillaume Perdrier, der es erwarb und dessen Sohn Henri 1494 den Wiederaufbau des Landsitzes in Médan vornahm.
Sofort zu Beginn der Renaissance gab es eine literarische Strömung an den Seineufern, und im Schloss fanden sich regelmäßig Pierre de Ronsard und die Dichter der Pléiade ein.
Die Kirche Saint-Germain-de-Paris, Saint-Clair befindet sich ganz in der Nähe des Schlosses und wurde 1635 für den Adeligen Jean Bourdin, erbaut.
Im Jahre 1878 erwarb der französische Schriftsteller Émile Zola seinen vom Schloss 200 Meter entfernten „Kaninchenstall“, wo er die Bücher „Nana“, „Germinal“ und „die Bestie im Menschen“ schrieb. Er veranstallte die Abende in Médan, wo er mit Guy de Maupassant, Paul Alexis, Joris-Karl Huysmans, Léon Hennique und Henri Céard über Literatur diskutierte.
Émile Zola lud ebenfalls dort seinen Jugendfreund, den Maler Paul Cézanne, ein, der dort drei seiner Werke realisierte.
Im Jahre 1924 ließ sich der belgische Schriftsteller, Insektenforscher und Nobelpreisträger für Literatur, Maurice Maeterlinck, im Schloss von Médannieder. Er hatte u.a. die Bühnenstücke „der Blaue Vogel“ und „Pelléas et Mélisandre“ geschrieben. Er machte aus Médan eines seiner schönsten Häuser und schrieb dort „das Leben der Termiten“ und „das Leben der Ameisen“.
Der Schriftsteller ließ ebenfalls im Jahre 1931 ein Theater-Salon im Erdgeschoss für seine Ehefrau, die Schauspielerin Renée Dahon, einrichten, wo sie dann den Blauen Vogel spielte.
Während des Krieges flüchtete Maurice Maeterlinck mit seiner Ehefrau nach Amerika, wo sie von 1940 bis 1947 blieben.
Niemand kümmerte sich nunmehr um das Schloss und den Park, das Mobilar wurde gestohlen und das Anwesen verkam nach und nach.
Nach dem Tod des Schriftstellers im Jahre 1949 in Nizza, versuchte seine Witwe das Schloss zu verkaufen, aber es gab keinen Käufer.
Schließlich übergab die Gräfin das Schloss unentgeltlich an ihren Freund Henri Smaja, dem Herausgeber der Zeitung «Combat» ab. Er ließ dort seine Druckerei von 1966 bis zur Pleite 1974 arbeiten und das Gebäude sowie die Umgebung noch mehr verkommen, was einer ständige Baustelle gleichkam.
Im Jahre 1977 konnten die jetzigen Eigentümer die Ruinen bei einer öffentlichen Versteigerung erwerben. Zehn Jahre lang haben Marion und Jean-Pierre de Malicorne das Schloss mit einem riesiger Arbeitsaufwand wieder aufgebaut. Dank ihrer Leidenschaft und Liebe für diesen Ort konnte das Schloss historisch wieder rehabilitiert werden und der Besucher erinnert sich gern mit Bewunderung und Begeisterung an die Besichtigung.