La Celle Saint-Cloud (Yvelines)
La Celle-Saint-Cloud befindet sich im Departement Yvelines in der Region Île-de-France und ist 12 km vom Pariser Zentrum entfernt. Seine Bewohner nennt man die Cellois.
Die Gemeinde La Celle-Saint-Cloud findet vermutlich ihren Ursprung im Jahr 550, als der Enkel von Clovis, Clodoald, dort ein Kloster bauen ließ um sich hier zurückzuziehen. Sein Name "Celle" bedeutete "Zelle" oder "kleines Haus". Das Dorf war Eigentum der Abtei von Saint-Germain-des-Prés seit Mitte des VI. Jahrhunderts. Es hatte sehr unter dem Hundertjährigen Krieg gelitten und wurde im Jahre 1616 an den Ritter, Joachim Sandres, verkauft. Sein Sohn Claude, baute hier dann das Schloss.
Unter der Herrschaft von Ludwig XIV. errichtete Jean-Baptiste Colbert hier ein Pumpbecken, das mit dem Wasserversorgungssystem des Parks von Versailles verbunden war. Später hatte Ludwig XV. dort sein Jagdgebiet. Danach wechselten oft die Besitzer des Schlosses.
Ein großer englischer Park wurde im späten achtzehnten Jahrhundert von Morel de Lyon erstellt. Danach nahm die Familie Pescatore große Änderungen im Park vor. Hervorragende Zierbäume sind noch heute Zeugen der majestätischen Schönheit.
Hier findet man ebenfalls einen Eiskeller. Diese Kühlvorrichtung wurde auf den Kreuzzügen in der Türkei entdeckt und verbreitete sich in Frankreich unter der Herrschaft von Ludwig XIV. Der König liebte Fruchteis und es gab kaum ein größeres Gutshaus in der Île-de-France, das nicht solche Kühlvorrichtung hatte.
Ein Eiskeller wird wie ein Brunnen zylindrisch und nach unten verjüngt ausgehöhlt. Seine Versorgung erfolgte im Winter mit abgetragenen Eis aus gefrorenen Flüssen, Seen und Gletschern.
Die Eiskeller wurden nach Norden oder Osten ausgerichtet und möglichst an einem schattigen Ort. Danach kam darüber eine dicke Schicht Erde, um die Temperatur niedrig zu halten. Einige Eiskeller konnten so während zwei Jahren das Eis halten. Ein Absaugrohr sorgte für den Wasserabfluss.
Der Eiskeller der Celle Saint-Cloud ist eine außergewöhnliche und besonders gut erhaltene Kühlanlage.
Ein Mitglied der Familie Dutreux hinterließ 1951 das Schloss dem französischen Außenministerium. Seitdem fanden dort wichtige diplomatische Treffen statt.
Der im Wald „Fausses Reposes“ stehende Pavillon Butard wurde 1750 vom Architekten Gabriel im Auftrag von Louis XV. gebaut. Dieser Pavillon befindet sich jetzt im Besitz des Nationalen Forstwirtschaftsamtes und steht unter Denkmalschutz seit 1927.
Auf dem Anwesen des Heiligen Franziskus von Assisi der Celle-Saint-Cloud befindet sich das Schloss „la Châtaigneraie“.
Das Schloss hat diesen Namen wegen der Kastanien erhalten, die dort im Jahre 1780 auf 80 Hektar unter der Herrschaft von Napoléon III. angepflanzt wurden. Danach hatte der Gründer des Gestüts Jardy, Edmond Blanc, das gegenwärtige Schloss gebaut.