Pariser Mittelalter
Heute möchte ich Euch einen Spaziergang im mittelalterlichen Paris vorschlagen.Am besten steigt man an der Metro-Station Hôtel-de-Ville, dem Rathaus von Paris, aus. Gleich gegenüber davon befindet sich das große Kaufhaus BHV (Bazar de l’Hôtel de Ville) zwischen der Rue de Rivoli und der Rue des Archives. In der Rue des Archives, Nr. 24, gibt es das Cloître des Billets. In diesem im Jahre 1427 fertiggestellten Kloster kann man sich heute interessante orientalische Ausstellungen ansehen.
Danach geht es durch kleine Gassen zurück zur Rue de Rivoli, wo man an der Nr. 21bis an einer gelben Hauswand vorbeikommt, wo sich der älteste Friseur (1832) von Paris befand.
Jetzt geht es ein wenig aufwärts, 11 und 12, Rue François-Miron, wo zwei mittelalterliche Fachwerkhäuser stehen.
Nicht weit davon entfernt befindet sich eine Jugendherberge, 12, Rue des Barres. Das ist ebenfalls ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1327, und war ursprünglich auch ein Kloster. Ich habe irgendwo gelesen, dass dort auch Jugendliche über 30 Jahre übernachten können.
Gegenüber von dieser Jugendherberge ist die hintere Ansicht der Kirche Saint-Gervais-Saint-Protais. Durch das Schutzgitter kann man einen Blick auf den bepflanzten Hof werfen. Seit 1975 ist dort die Monastische Gemeinschaft von Jerusalem (Fraternités Monastiques de Jérusalem ), die auch in der 10, Rue des Barres eine Boutique mit hübschen handgemachten Erzeugnissen hat.
Nun geht es zum Hôtel de Sens in der Rue du Figuier (Feigenbaum-Straße), das 1519 fertiggestellt wurde. Erzbischöfe und sogar die Königin Margot haben dort gewohnt, letztere hat leider den Feigenbaum fällen lassen, weil sie nicht mit ihrer Kutsche daran vorbeifahren konnte. Seit 1961 befindet sich darin die Bibliothek Forney.
Weiter geht es auf dem Quai d’Orléans, der Ile Saint-Louis, in Richtung Notre Dame, die ja auch aus dem Mittelalter stammt. Man sollte aber kurz einen Blick auf die andere Seite der Seine werfen, auf dem Quai de la Tournelle, wo man ganz oben das Restaurant «La Tour d’Argent» (1582) schön erkennen kann. In diesem Restaurant wurden angeblich zum ersten Mal zum Essen Gabeln benutzt.
An der Notre Dame vorbei überqueren wir die Seine und kommen auf den Quai de Montebello. Gleich gegenüber führt die rue Dante zur Kirche „Eglise Saint-Julien-le-Pauvre“ . Auch einen kleinen Blick in die Rue Galande werfen.
Zum Abschluss haben wir das Hôtel Cluny, 6 Place Paul Painlevé, das zwischen 1486 und 1510 erbaut wurde. Heute ist daraus ein Museum mit Kunstwerken aus dem Mittelalter geworden.