Rueil-Malmaison (Hauts de Seine)
Rueil-Malmaison gehört zur Gemeinde Hauts-de Seine auf der linken Seine-Seite. Sie grenzt u.a. an Croissy-sur-Seine, Le Vésinet und Chatou im Département les Yvelines, Orte, die wir bereits besucht haben.
Im 6. Jahrhundert war dieses Dorf bevorzugte Residenz des Königsgeschlechts der Merowinger.
Danach schenkte Karl der Kahle im Jahre 875 die Burg von Rueil (früher Ruel genannt) den Ordensgeistlichen der Abtei Saint-Denis die sie 1633 an den Kardinal Richelieu verkauften. Heute bestehen nur wenige Überreste des Herrenhauses des Kardinals, obwohl er riesige Renovierungsarbeiten für Gärten, Wasserfälle, Grotten usw. durchführen ließ.
Rueil hat ebenfalls seit 1850 von der Eisenbahnlinie profitiert, die die Pariser zu den Guinguettes und zum Rudern an und auf der Seine herlockten. Damals war Rueil noch eine Stadt mit Gemüseanbau und Weinanbaugebieten.
Der Ursprung der Kirche Saint-Pierre Saint-Paul liegt zweifellos sehr weit zurück. Im Jahre 1584 wurde der erste Grundstein der heutigen Kirche gelegt und die Fassade auf Anordnung des Kardinals Richelieu vom Architekten Jacques Lemercier errichtet. Sie ist der der Sorbonne sehr ähnlich und wurde vom selben Architekten gebaut. Die Kirche steht unter Denkmalschutz und es befinden sich dort die sterblichen Überreste der Kaiserin Joséphine und ihrer Tochter, die Königin Hortense. Das wunderschöne Orgelgehäuse wurde von Baccio d'Agniolo erstellt und ist ein Geschenk von Napoléon III.
Nicht weit davon entfernt befindet sich das Rathaus in der Stilrichtung „Zweites Kaiserreich“. Im Jahre 1982 ist daraus ein Museum für örtliche Geschichte geworden angefangen von Karl der Kahle bis heute. Dort befindet sich insbesondere eine Sammlung von 1.800 Figürchen der Napoleonischen Armee.
Das Schloss Malmaison stammt aus dem XVII. Jahrhundert und war Hochburg der Abtei Saint-Denis. Nach vielen vorherigen Besitzern wurde es 1799 von Joséphine Bonaparte erworben und in den ersten Jahren des XIX. Jahrhundert vom Kaiserpaar nach zahlreichen Umbauten und Verschönerungen bewohnt. Es war mit dem Palais des Tuileries Sitz der französischen Regierung.
Man kann mit dem kleinen Zug die Stadt Rueil besichtigen, der vom Museum für örtliche Geschichte (ehemaliges Rathaus) abfährt.
Er fährt zunächst an die Seine-Ufer und durchquert den Park der Impressionisten.
Danach geht es zum Schloss Malmaison und weiter durch den Park Bois-Préau. Der 17 ha große Park wurde 1810 von Joséphine erworben. Davor gehörte er ebenfalls der Abtei von Saint-Denis. In diesem englischen Garten befinden sich hundertjährige Bäume, kleine Hügel und Seen mit dem Schloss von Bois-Préau – Nebengebäude des Schlosses Malmaison.
Die Statue der Kaiserin Joséphine begrüßt die Besucher am Parkeingang.
Die Rundfahrt endet dort wo der Zug abgefahren ist vorbei an der Kirche Saint-Pierre Saint-Paul und dauert 1h15.
An weiteren Sehenswürdigkeiten möchte ich erwähnen : das Museum Franco-Suisse, das Atelier Grognard, la Maison du Garde Suisse.