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Deutsch-Französische Fundstücke

Saint-Jean-Pied-de-Port (Baskenland)

14. Juni 2020, 16:47pm

Veröffentlicht von Renate

Das Dorf Saint-Jean-Pied-de-Port befindet sich im Herzen des Baskenlands zwischen den Provinzen Labourd und Soule - etwa 55 Km entfernt von Biarritz. Es ist seit dem XII. Jahrhundert bekannt und war eine Zeit lang Hauptstadt des Königreiches Navarra.

 

Es befindet sich am Fuße des Gebirgspasses Roncesvalles, der nach Spanien führt, und auf der früheren Passstraße der Römer, der Armee von Napoléon und seit Jahrhunderten der Pilger, die sich nach Santiago de Compostela begeben.

 

Auf dem die Stadt überragenden Berg, befand sich das Schloss Mendiguren, das bereits seit 1191 bekannt ist. Der König von Navarra, Sanche VII. le Fort, hatte im XIII. Jahrhundert unterhalb des Schlosses eine mit Stadtmauern und Spitzbogentoren umgebene Stadt errichten lassen. Im Jahre 1329 hatte Philippe III. von Navarra Märkte und Handel aufkommen lassen, was zu einem bedeutenden Handlungszentrum führte. Es war auch ein Ort, wo sich die Könige von Navarra gern einfanden.


Unsere Besichtigung beginnt am Königstor der Zitadelle, auf dem 70 Meter hohen Berg Mendiguren, von wo aus die Besucher eine wunderschöne Aussicht auf die Landschaften hat.

 


 

 

 

Anfang des XVI. Jahrhunderts wurde das Schloss von den Spaniern nach einer Belagerung von 21 Tagen zerstört. Ständige Streitigkeiten zwischen Frankreich und Spanien führten dazu, ein Abwehrsystem zwischen Pampelune und Bayonne zu errichten. Im Jahrzehnt 1620 verstärkte man somit die Stadtmauern und die Cité wurde ein stategischer Militärplatz für die französischen Truppen. Von dort aus konnten sie gegen die zwischen Saint-Sébastien und Bidassoa stationierten spanischen Truppen Widerstand leisten, und ebenfalls Bayonne und Orthez Schutz bieten. Danach, im XVIII. Jahrhundert, beauftragte König Ludwig XIV. seinen französischen Festungsbaumeister, Sébastien le Prestre de Vauban, die Verteidigungsanlagen der Stadt zu verstärken. Dadurch spielte die Zitadelle eine sehr bedeutende Rolle während der Revolutionskriege. Heute befindet sich dort eine Hochschule.

 

 

 

Das Dorf Saint-Jean-Pied-de-Port wurde 1998 als Teil des Weltkulturerbes der UNESCO "Wege der Jakobspilger in Frankreich" ausgezeichnet. Der Jakobsweg führt zunächst durch das Jakobus-Tor. Dieses Tor öffnet sich zur rue de la Citadelle. Sie ist gesäumt von schönen manchmal eigenartigen Häusern, von denen das Älteste aus dem Jahr 1510 stammt. Über den Eingangstüren befinden sich häufig gmeißelte Türstürzen, die das Alter der Häuser bezeugen.

 

 

 

 

An der Nummer 41 der rue de la Citadelle befindet sich das Gefängnis der Bischöfe aus dem XIII. Jahrhundert. Hier war im XIV. Jahrhundert - während des westlichen Schisma - für kurze Zeit das Bistum von Bayonne untergebracht, aber es diente als Gefängnis erst ab Ende des XVIII. Jahrhunderts. Heute ist dort ein Museum eingerichtet.

 

 

 

 

Weiter unten der Straße steht links die Kirche Notre-Dame-du-Bout-du-Pont aus dem XIII. Jahrhundert, deren Tor dem von Navarre gegenüber liegt. Diese Kirche ist das zweite gothische Gebäude des französischen Baskenlandes nach der Kathedrale in Bayonne. Sie wurde auf romanischen Grundmauern errichtet, sie hat ein Kirchenschiff und zwei Seitenschiffe. Die Orgel stammt aus dem XIX. Jahrhundert und der Orgelbauer war Vincent Cavaillé-Coll.

 

 

 

 

Man kann zum Teil um die Kirche herumgehen, indem man sich links zum Fluss Nive de Béhérobie begibt. Von dort aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Landschaft Cize. Das Haus neben dem Glockentum war jahrhundertelang das Spital Saint-Marie, das nicht nur Pilger aufnahm.

 

 

 

 

Nach Überquerung der Brücke des Flusses Nive de Béhérobie befindet man sich in der belebten Einkaufsstraße rue d'Espagne.

 

 

 

Zurück zum Kirchenvorplatz, von wo aus es zum Portal Navarra geht. Daneben ist eine kleine Treppe die zum Chemin de ronde führt - ein Fußweg zur Zitadelle. Hier kommt man an in allen Richtungen gesicherten Bastionen, Stadtmauern, Ecktürmchen und Schießscharten vorbei und ständig kann man seinen Blick auf die Pyrenäen richten.

 

 

 

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