Château de Fontainebleau (Seine et Marne)
Der Ovale Hof mit dem Donjon (vor 1137) war eigentlich der Stützpunkt, um den herum das Schloss Fontainebleau errichtet wurde.
Das Goldene Tor war lange Zeit der Haupteingang des Schlosses - das Tor am « Rande » des Waldes. Der Aufseher Primatice hat die Verzierungen durchgeführt.
Im XVI. Jahrhundert befand sich anstelle der Königstreppe ein von Primatice verziertes Schlafgemach für die Favoritin von Franz I., Herzogin von Etampes. Im XVIII. Jahrhundert ließ Ludwig XV. dieses Gemach in eine Treppe umändern, um einen direkten Zugang zu den Gemächern des Königs zu gestatten. Die Decke wurde im Auftrag von Louis-Philippe ausgearbeitet und stellt die Apotheose von Alexander dar.
Die Galerie Franz I. wurde 1528 begonnen, um die Königsgemächer mit der Schlosskapelle der Trinität zu verbinden. Der stets von der italienischen Renaissance beeindruckte König, die er bei seinen Feldzügen entdecken konnte, wandte sich an die italienischen Künstler : Rosso Fiorentiono und etwas später an Primatice. Diese Künstler führten eine neue Dekorationsart ein. Der Aspekt der Galerie wurde jedoch unter Ludwig XVI. von Grund auf geändert.
Der unter Franz I. begonnene Ballsaal wurde unter der Herrschaft seines Sohnes, Heinrich II, zu Ende geführt. Er war für die Empfänge und Festmahle bestimmt. Die Musikkapelle befand sich auf der Tribune über der Eingangstür, während das Königspaar von der Estrade – mit dem Rücken zum Kamin – an den Festlichkeiten teilnahm. Der Architekt, Philibert Delorme, hat die Zeichnungen der kästenförmigen Decken und des riesigen Kamins geliefert und Primatice hat die gemalten Verzierungen entworfen. Es handelt sich dabei um mythologische Darstellungen, die von Nicolo dell'Abate und seinen Mitarbeitern gemalt wurden. Louis-Philippe hat diese Räume um das Jahr 1835 stark restauriert.
Der Salon Ludwig XIII. war das frühere Arbeitskabinett von Heinrich IV. Hier wurde Ludwig XIII. am 27 September 1601 geboren. Heinrich IV war dermassen von dieser Geburt entzückt, dass er vor Freude weinte. Die Verzierung der Decke und Wände ist eines der schönsten Beispiele der französischen Dekorationskunst unter Heinrich IV.
Die Diana-Galerie, früher als Königin-Galerie bezeichnet, ist achtzig Meter lang und sieben Meter breit. Sie wurde unter Heinrich IV. errichtet und erzählt die Geschichte der Göttin Diana. Die im XVII. Jahrhundert sehr beschädigte Galerie wurde auf Antrag von Napoleon I. und Ludwig XVIII wieder restauriert. Ihre Wölbung wurde dann im neoklassizistischem Stil erneut verziert. Danach diente die Galerie als Durchgang und Festsaal bevor sie von Napoleon III. in eine Bibliothek (16000 Bücher) umgewandelt wurde. Die im Zweiten Kaiserreich angebrachte große Erdkugel stammt von Napoleon I.
Der Saal des Trones war das Schlafgemach des Königs im XVII. Jahrhundert bis zur Revolution. Er war der direkte Sitz des Königtums. Es was ein Paradegemach, das den Höflingen den größten Respekt einflößte sogar wenn der König nicht anwesend war. Napoleon I. hielt den Brauch dieses symbolichen Ortes der Macht aufrecht, indem er das Gemach in den Saal des Trones umwandelte. Heute ist dieser Saal der einzige mit seinem Mobiliar in Frankreich.
Die Schlosskapelle des heiligen Saturninus von Ludwig VII. existiert noch heute. Sie wurde jedoch um eine doppelte Kapelle erweitert (eine hohe über einer tiefen Kapelle). Sie wurde unter Heinrich II. von Philibert Delorme erneuert aber erst ab 1606 im Auftrag von Heinich IV. dekoriert. Hier heiratete Ludwig XV. Maria Leczinska im Jahre 1725 und Napoleon III. wurde im Jahre 1810 dort getauft.