Boulevard des Pyrénées in Pau (Béarn)
Wenn man aus dem Schloss herauskommt, befindet man sich vor dem Parlament von Navarra, das Ludwig XIII. im Jahr 1620 zu Ehren seines Vaters, Henri IV., bauen ließ. Im Januar 1716 wurde es jedoch duch einen Brand zerstört und 1722 an der selben Stelle wieder aufgebaut.
Der Turm stammt noch von der früheren Kirche Saint-Martin von Pau. Es handelt sich um ihren Kirchturm, der nach ihrer Zerstörung im Jahr 1884 aufrechterhalten werden konnte.
Die kleine Kapelle Saint-Martin wurde zwischen 1458 und 1472 gegenüber des Schlosses von Pau errichtet und später auf Anlass von Gaston IV. von Foix-Béarn vergrößert. Wie viele andere Kirchen zu der Zeit, wurde auch sie zwischen 1563 und 1620 unter der Familie Albret zu einem protestantischen Tempel. Die einzige Pfarrgemeinde in Pau wurde allerdings mit der Zeit zu klein für die sich vergrößernde Bevölkerung, woraufhin beschlossen wurde, sie zu erneuern und einen endgültigen Platz für sie zu finden. Die diesbezüglichen Debatten und Streitgesprächen haben jedoch fünfzehn Jahre gedauert...!
Es ist ein neugotisches Bauwerk inmitten hübscher Grünanlagen. Die Kirche Saint-Martin wurde am 21. Dezember 1871 geweiht.
Im Stadtviertel des Schlosses und in der Nähe der Kirche Saint-Martin befinden sich einige besondere und ungewöhnliche Häuser.
Auf dem wunderschönen, Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Boulevard des Pyrénées stehen mehrere ehemalige Hotels unter denen auch das Hotel Gassion von 1870, das sich zwischen dem Schloss und der Kirche Saint-Martin befindet. Dieses Hotel war damals das modernste Hotel Europas und konnte sehr renommierte Herrschaften unter ihren Gästen zählen. Es war ausgestattet mit einem großartigen Ballsaal, einem Wintergarten, Spielsäle und einem Restaurant. Das Gebäude wurde danach zu Appartments umgebaut. Dieser berühmte Boulevard ist 1.800 Meter lang und liegt genau gegenüber der Pyrenäen.
Vor der Standseilbahn kann man noch den Brunnen bewundern, der nach dem französischen Schriftsteller Alfred de Vigny benannt ist. Auch hat man hier bei schönem Wetter einen wunderschönen Panoramablick auf den Kamm der Pyrenäen.
Das Schloss und die Stadt Pau wurden auf einem Felsvorsprung gebaut. Es folgte auch ein Bahnhof unterhalb der Altstadt, wo der erste Zug im Jahr 1863 einfuhr. Man musste aber auf den Königspfaden vom Boulevard des Pyrénées nach unten zu Fuss gehen. Um jedoch diese Verbindung zwischen der oberen und unteren Stadt zu erleichtern, wurde eine Standseilbahn zwischen dem oberen Place Royale und dem Bahnhof gebaut, dessen Einweihung am 15. Februar 1908 stattfand. Die Seilbahn führt am Pavillon des Arts von 1831 vorbei, der in seiner Vergangenheit als Badehaus, Festsaal und vorübergehendes Spielkasino genutzt wurde. Seit 2012 werden hier Ausstellungen über Kunst und Geschichte veranstaltet.
Unterhalb des Boulevard des Pyrénées kann man sich das Museum unter freiem Himmel ansehen, das der "Tour de France" gewidmet und mit Bronze überzogenen Totemphälen ausgestattet ist. Die 104 Totemphäle erzählen die Geschichte des berühmten Radrennens, indem von jedem Gewinner Fotos, Anekdoten und Artikel aufgeführt sind. Jedes Jahr kommt ein neuer Totemphal für den Gewinner dazu.