Overblog Alle Blogs Top-Blogs Reisen & Veranstaltungen
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU
Deutsch-Französische Fundstücke

Sauveterre-de-Béarn

2. März 2020, 09:59am

Veröffentlicht von Renate

Im XI. Jahrhundert entstand diese mittelalterliche Stadt Sauveterre als Schutzgebiet im Grenzbereich des Béarn und dem Baskenland. Sie wurde auf einen Hügel über dem Fluss - dem Gave Oloron - errichtet und Dank ihrer eindrucksvollen Stadtmauern, hatte Sauveterre eine Schlüsselstellung in der Erhaltung der Hoheitsrechte des Bearn.

 

Wir beginnen unseren Spaziergang am Place Royal mit dem Rathaus aus dem XVI. Jahrhundert. Es ist ein Renaissancebau und früherer Wohnsitz des Marquis de Nays, Graf von der Salette.

 

 

Bei schönem Wetter kann man oben von der Esplanade aus die wunderschöne Pyrenäenkette und unten den Gave Oloron bewundern.

 

 

 

Daneben befindet sich die zwischen Ende des XII. und Anfang des XIII. Jahrhunderts errichtete Kirche Saint André. Die Fassaden sind im romanischen und die Inneneinrichtung im gotischen Stil gehalten. Sie besteht aus drei Kirchenschiffen, einer Absis, zwei bescheidenen Kapellenkränzen und einem Querschiff mit zwei schönen Fensterrosen. Dank ihrer Festungsmauern, war sie weitgehend an der Verteidigung der Stadt beteiligt.

 

 

 

 

Weiter unten befindet sich der Turm Monréal aus dem XIII. Jahrundert. Dieser rechteckige Turm (10,50 Meter zu 14,80 Meter) ist gegenwärtig 37 Meter hoch, was vier Stockwerken entspricht. Die Neugestaltung der Stadtmauern ist dem Grafen von Béarn, Gaston VII Moncade, zu verdanken, somit wurde Sauveterre das vierte städtische Zentrum der Grafschaft zusammen mit Oloron, Orthez und Morlaàs.

 

 

 

 

Heute ist in dem Turm Monréal ein Museum eingerichtet, das der Geschichte der Stadt gewidmet ist. Er steht seit 1886 unter Denkmalschutz mit der Bezeichnung "Überreste des Schlosses Monréal". Sein Name stammt von der Familie Monréal, die im XIX. Jahrhundert den Turm erworben hatte, um ihn von seiner geplanten Zerstörung zu retten. Es mussten 2 Kubikmeter Bauschutt aus dem Turm entfernt werden und ihn mit einem Dach überdecken ! Im Turm Monréal ist ein ausgezeichnetes Modell der mittelalterlichen Stadt aus Stein und Holz ausgestellt. Es wurde von André Joseph Gastellu in einem Zeitraum von 10 Jahren und 15 000 Stunden gefertigt.

 

 

 

 

Die Treppe neben dem Turm führt zur Legenden-Brücke, die unter Gaston VII de Moncade im XIII. Jahrhundert gebaut und im XIV. Jahrhundert von Fébus wieder überarbeitet wurde. Früher gab es dort eine Zugbrücke zum Übergang auf die Insel Glère. Diese Zugbrücke gehörte dem Verteidigungssystems der Stadt an. Ein Teil wurde durch eine starke Überschwemmung im Jahre 1732 zerstört. Hier wurde die Königin Sancie verurteilt, der man nachsagte, dass sie eine Anhängerin des Teufels war, weil ihr Kind mit Fehlbildungen auf die Welt kam. Gefesselt wurde sie von der Brücke ins Wasser geworfen, erschien aber wieder an der Wasseroberfläche und wurde darauf hin von der umstehenden Menge bejubelt, weil sie darin ein Gottesgericht erkannten.

 

Am Anfang der Brücke, dort wo heute das Hotel steht, gab es früher das alte Spital St. Jacques für die Jakobspilger in der Nähe des Haushofmeisters.

 

Fontaine Sénéchal

 

Danach kommt man oben durch das hübsche Tor wieder zurück ins Zentrum der Stadt. Die Gehäuse der Torangeln und die Einkerbungen der Verschlußschiene sind noch immer sichtbar. Das Tor steht ebenfalls unter Denkmalschutz seit 1937.

 

 

 

Hier sind wir nun in der historischen Stadt mit den typischen Fachwerkhäusern

 

 

 

 

und ebenfalls mit dem Taubenschlag de Coulomme dessen quadratische Ummauerung 1640 von der Familie de Coulomme gebaut wurde. Er war im Besitz der Familie bis 1763. Die Nordwand verbindet sich mit der Befestigungsmauer und ihren Schießscharten, die dem "Vieil Arsenal" ähneln; das Wasser im Graben floß am Fuße dieser Wand bis 1790.

 

 

 

Kommentiere diesen Post