Lescar (Béarn)
Lescar liegt ungefähr 6 Km westlich von Pau - auf der rechten Seite des Gave de Pau. Am Fuß des Hügels, auf dem Lescar gebaut wurde, gab es im III. Jahrhundert die römisch befestigte Siedlung Beneharnum. Die Kleinstadt Lescar war Erbin von Beneharnum und wurde die erste Hauptstadt des ehemaligen Erzbistums im Béarn. Nach Eindringen der Sarazenen, Normannen und erheblichen Zerstörungen Lescars im IX. Jahrhundert wurde Morlaàs Hauptstadt im Béarn.
Auf Anlass des Herzogs der Gascogne, Wilhelm Sancho, wurde die obere Stadt Ende des X. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Er ließ ebenfalls eine Kirche errichten die im Jahr 1062 zur Kathedrale geweiht wurde. Danach war Lescar Bischofssitz. Im Anschluss an die Religionskriege und der französischen Revolution verlor jedoch die Stadt diesen Status.
Auf dem Place Royale befindet sich die ehemalige Kathedrale Notre-Dame-de-l'Assomption - ein romanischer Bau aus dem 12. Jahrhundert - die jedoch seit 1120 weitgehend wieder restauriert wurde. Die Kathedrale Notre Dame von Lescar wurde 1145 geweiht und steht seit 1840 unter Denkmalschutz. Im Herzen der Kathedrale befinden sich die Grabstätten vom König Heinrich II. d'Albret und der Königin Marguerite von Navarra.
Hier befindet sich der Altar des allerheiligsten Sakraments der südlichen Apsis - Steinaltar der Pyrenäen aus dem 18. Jahrhundert. Darstellung des letzten Abendmahls Jesus, sowie der Altar des Heiligen Geistes der Nordapse, das ab 1761 aus Holz restauriert wurde.
Die Orgel wurde zwischen 1755 und 1760 von Labruguère hergestellt. Später wurde sie vom Orgelbauer Wenner wieder erneuert. Sie steht seit 1972 unter Denkmalschutz und wurde zwischen 1995 und 2000 wieder völlig restauriert.
Man kann heute noch den Turm des Pfarrhauses aus dem XVI. Jahrhundert sehen, der zum Teil auf den Grundmauern der früheren Stadtfestungen gebaut wurde. Der erste Bischofssitz wurde gegenüber der Kathedrale der Stadt errichtet.
Zwischen den Stadtmauern aus den V. und XII. Jahrhunderten wurde ein südländischer Garten angelegt.
Auf dem Place de l’Évêché gab es im XIV. Jahrhundert den Bischofspalast. Er wurde während der französischen Revolution zerstört und gegenwärtig sind noch zwei Türme übriggeblieben. Einer davon war das Gefängnis mit seinem Kerker.
Von den Stadmauern herunter kann man das Hauptgebäude des Gymnasiums Jacques Monod aus dem XVIII. Jahrhundert sehen, das früher dem religieusen Kollegium der "Barnabiten" angehörte. Jacques Monod war ein Biologe, der 1965 mit dem Nobelpreis für Physiologie ausgezeichnet wurde.
Das Tor Esquirette aus dem XII. Jahrhundert befindet sich in der Rue de Parvis. Sie sperrte die westliche Seite der Stadt ab.
Unser Spaziergang führt uns an der kleinen Schule Notre-Dame in der Rue de la Cité vorbei, wo alle Sicherheitsvorkehrungen für den Ein- und Ausgang der Schüler gesorgt ist.
Dann geht es weiter auf den Chemin de Labanère im hübschen Stadtzentrum, entlang des kleinen Flusses Lescourre und vorbei an den restlichen Stadtmauern.
Man kommt danach zum Platz Pont-Louis, von wo man ebenfalls einen schönen Blick auf das Tal hat.
Einige Kilometer vom mittelalterlichen Stadtzentrum entfernt kommt man in eine ganz andere Umgebung : zum See "des Carolins". Er wurde im Jahr 1966 inmitten einer Fläche von 5 Hektar angelegt und besteht aus zwei Becken. Hier kann man das ganze Jahr über wunderbar spazieren gehen, vieles entdecken, picknicken, angeln und sich an den Spielanlagen begnügen.