Salies-de-Béarn (Béarn)
Diese kleine Stadt war bereits in der Bronzezeit ( - 1.500 vor Chr.) stark vom Salz beeinflußt, das durch Wasserverdämpfung gewonnen und in Keramiktöpfen verwahrt wurde. Danach gab es neue Herstellungsverfahren, die es bis zu einer Saline brachten - einer Anlage zur Gewinnung von Speisesalz in Salies-de-Béarn im Jahr 1842.
Die Salzstadt mit ihrem milden Klima und den therapeutischen Eigenschaften von natriumchloriertem Wasser haben diesem Thermalbad einen sehr guten Ruf verliehen. Die thermischen Einrichtungen stammt aus dem Jahr 1857 und sind mit einer der salzigsten Quellen Frankreichs versehen. Die gut wirkenden Eigenschaften des Wassers wurden erkannt, als Verletzte im Salzbrunnen badeten und geheilt wieder herauskamen. Diese Erkenntnis führte zum Bau des Thermalkurhauses, dessen Fassaden im maurischen Stil und in einem hübschen öffentlichen Garten mit einem Musikpavillon gehalten sind. Rechts vom Thermalkurhaus befindet sich das Hôtel du Parc aus dem Jahr 1893, in dem seit 1999 das Casino von Salies-de-Béarn eingerichtet ist. Letzteres feierte dieses 20-jährige Jubiläum anlässlich einer "Golden Party" und einem Galaabend in Anwesenheit hochrangiger Sportler und Prominente. Direkt davor kann man sich auf der Terrasse des "Café du Chalet" erholen.
Das Zentrum der Stadt sind der Platz Bayaà mit dem Rathaus, und genau hier unter der gegenwärtigen Bodenbeschichtung befindet sich die Salzwasserquelle, wo die Salisiens sich jahrhundertelang mit Salz versorgten. Nach einer Legende war ein Wildschwein Ursprung der Stadtgründung. Im 17. Jahrhundert wurde ein Wildschwein von Jägern verwundet und starb in den Sümpfen mitten in den Wäldern. Einige Tage später fand man es in einem gut erhaltenen Zustand, was auf den salzhaltigen Sumpf zurückzuführen war. Da Salz zu dieser Zeit bereits sehr beliebt war, bildete sich um diese seltene Entdeckung ein kleines Städtchen in der Art eines Schneckenhauses, und seitdem ist das Wildschwein zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Es heißt auch, dass das Wasser dort zehnmal salziger ist als das des Ozeans !
Überall gibt es charmante, alte und engverwinkelte Gassen mit ihren hübschen mittelalterlichen Häusern.
Wenn man die Loumé-Brücke über dem Flussbett des Saleys überquert, findet man Phalhbauten zum Schutz vor Überschwemmungen.
Wir kommen nun zur Kirche St. Vincent, dessen Glockenturm vorher ein Wachturm des Befestigungssystems war. An dieser Stelle stand bereits im 11. Jahrhundert eine Kapelle, die vom 14. bis zum 16. Jahrhundert erweitert wurde. Im Jahr 1523 setzten zwei spanische Armeen von Karl V. die Stadt und die Kirche in Brand.
Das Schloss St. Pé ist eine ehemalige Vasallenhochburg der souveränen Grafschaft des Béarn. Es wurde wahrscheinlich vor dem 14. Jahrhundert erbaut, um das Festungssystem von Salies de Béarn zu stärken. Denn die Stadt war bereits damals Einfällen feindlicher Armeen ausgesetzt, weil schon zu dieser Zeit Salies-de-Béarn für sein Salz - sein weißes Gold - bekannt war. Im 17. Jahrhundert gab es dort ein Hexengericht. Heute zählt das Schloss zu den gefährdeten Kulturerben Frankreichs und wurde im Inventar zur Beschützung solcher Monumente aufgenommen.
Die Kirche Saint-Martin wurde am Fuße des Hügels von La Sègue oder Pain de Sucre außerhalb der Stadt errichtet. Der älteste Teil dieser Kirche stammt aus dem 12. Jahrhundert und 1530 wurde sie im gotischen Stil in Form eines griechischen Kreuzes vergrößert. Wie viele andere Kirchen war auch sie 1569 vorübergehend dem protestan-tischen Kult zugeordnet. Es wurden umfangreiche Arbeiten in den Jahren 1743 und 1979 durchgeführt. Die Kirche ist dennoch seit mehreren Jahren wegen starken Rissen im Gewölbe und tragenden Wänden geschlossen.